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Unser Mann für gutes Wetter in der ZukunftWinter adé!

Ist das ein Ärger mit der schönsten Jahreszeit, dem Winter heuer. Zu nass, zu warm, mal zu viel Schnee, meist jedoch zu wenig davon.
Die Bedingungen für ordnungsgemäßen Wintersport waren echt schon mal besser.
Da aber eine Fahrt in die hohen Berge immer langfristig geplant wird, muss man den Umständen entsprechend agieren. Zum Saisonstart stand dieses Jahr Eisklettern mit Dirk im Pitztal auf dem Programm.


Unsere letztjährige Unterkunft war leider schon belegt, so dass wir ein Ausweichquartier buchten. Dieses lag in Piller, so günstig, dass wir optional auch im Kaunertal zum Eisklettern vorbeischauen konnten. Dirk im Vorstieg in der Taschachschlucht WI 3
Am Ankunftstag gab es grüne Wiesen satt und man hatte das Gefühl im Spätherbst unterwegs zu sein. Laut der regionalen Eisfallinfo sollten die Bedingungen zum Eisklettern trotzdem recht gut sein. So konnten wir am Dienstag, in der uns schon bekannten Taschachschlucht, zwei schöne Eisfälle auf verschiedenen Routen in Top Rope und im Vorstieg klettern (WI 3 bis WI 5).
Über Nacht begann es stark zu schneien, so dass am Mittwoch flächendeckend Winterlandschaft zu bestaunen war.
Der Räumdienst weckte uns beizeiten und so konnten wir in der Kitzgartenschlucht bei Wiese einen 50 m Eisfall mit zwei Steilstufen ersteigen. Die erste Stufe war ca. 30 m lang und sehr steil, aber stufig (WI 5). Die zweite Stufe hingegen hatte sehr wenig Eis, war dafür aber etwas flacher. Abgeseilt wurde an Bäumen. Taschachschlucht mit viel Schnee
Da noch genügend Power vorhanden war, durchstreiften wir das Pitztal mit den Langlaufskiern. Es hatte inzwischen so viel geschneit, dass Teile der Langlaufstrecke wegen Lawinengefahr gesperrt wurden. Also war nach 15 km Schluss und wir fuhren mit dem Bus zurück.Eisklettern in der Kitzgartenschlucht
Für den Donnerstag hatten wir uns einen schönen langen Eisfall im Kaunertal ausgesucht. Den Zustieg hatten wir schon am Ankunftstag ausgekundschaftet und nach den zwei Trainingstagen waren wir recht zuversichtlich auf ein gutes Gelingen. Zuerst wurde unser Auto durch meine Wenigkeit erst einmal in der vorgesehenen Parkbucht festgefahren. Mit Dirks Muskelkraft aber recht flott wieder befreit. Dann galt es einen reißenden Bach über eine behelfsmäßige Brücke zu überqueren. Der Zustieg verlief im Anschluss am Bach entlang, durch tiefen Schnee hinan und auf Geröll und Eis bis zum Einstieg. Nun lag ein ca. 240 m zum Teil recht steil wirkender Eisfall vor uns. Übergang am BachDie ersten 60 m davon gingen wir noch frei, da sie in etwa der Schwierigkeit WI 2 entsprachen. Als es zusehends steiler wurde, begab ich mich ans scharfe Ende des Seiles und erstieg die nächsten 60 m (WI 3). Dirk kam schnell nach und so wurde nachdem alle Eisschrauben und Karabiner wieder an meinem Gurt baumelten, die nächste Stufe angegangen. Zuerst musste eine Art Verschneidung zwischen Eiswand und einem quer liegenden Baum erstiegen werden, um im Anschluss über Wellen bis zum nächsten Standplatz zu gelangen (WI 4). Die kleinen Fingerchen begannen schon allmählich vor Kälte zu schmerzen. Ansonsten schwitzte ich wie ein …
Dirk empfand es ebenso. Der letzte Teil des Eisfalls steilte noch einmal mächtig auf, so dass ich ab Mitte schon eiskalte Finger hatte. Ich entschied mich auf den letzten 10 m keine Eisschraube mehr zu setzen, da ich die Eisbeile zwar noch gut halten konnte, mir aber das Setzen der Eisschrauben nicht mehr zutraute.Eisfall im Kaunertal, auf dem ersten Blick gar nicht so steil Ein klassischer Run out wie in Sachsen. Oben angekommen war ich ganz schön durch und hatte eiskalte und schmerzende Finger. Nach einer kurzen Aufwärmphase konnte Dirk mir folgen. Von oben sah der obere Teil des Eisfalles noch beängstigender aus als von unten. Dirk meinte, dass die Schwierigkeit wohl bei WI 5+ liegen könnte.
Abgeseilt wurde dann wieder an dicken Bäumen mit Hilfe von Rückzugschlingen aus alten Seilresten. Eine feine Sache war dieser Fall und ein bisschen Stolz waren wir dann auch.
Am Folgetag taute der neue schöne Schnee wieder mächtig ab und wir gingen mit Tourenski von Mandarfen 1740 m aus auf den Grubenkopf 2860 m. Der Schnee stollte mächtig an den Ski auf und wir somit ganz schön zu kämpfen hatten und fix und fertig am Grubenkopf ankamen.Eisfall Kitzgartenschlucht
Nach einem Einkehrschwung mit Bier und Obstler ging es uns aber wieder viel besser.
Am letzten Urlaubstag gönnten wir uns einen Skipass für den Pitztaler Gletscher und konnten bei herrlichem Sonnenschein noch ein paar schöne Abfahrten genießen.
Bei Antritt der Rückreise war das ganze Tal wieder grün. Der gesamte Neuschnee war weggetaut.
Trotz nicht ganz klassischen Winterbedingungen war es eine super Tour. Bleibt zu hoffen, dass es in Zukunft auch noch möglich ist, gepflegten Wintersport zu betreiben.

Dirk & Heiko 27.01. - 02.02.2020Bierdurst nach einer gelungenen Woche

 

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