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Wenn der Vater mit dem Sohne...

und dem Ingo...... so gehen Erfolgsgeschichten los!!! Jedenfalls bei uns und so kam Moritz gegen 11:00 01 Die Gästelistevoller Tatendrang zu mir auf Arbeit geradelt, damit wir pünktlich in Richtung Kirnitzschtal starten konnten. Als Mann in meiner Position versteht es sich von Selber, dass ich einen Chauffeur brauche und so musste Moritz schweren Herzens den Volvo fahren ;-).

 

Ingo haben wir auf dem Weg eingesammelt und sind bei gefühlten 50° im nicht klimatisierten Auto Richtung Süd los. Ziel war die Boofe an der Glocke, da das Wildensteiner Gebiet auf dem Programm stand. Nach einigen durch Sperrung bedingten Umwegen erreichten wir gut gelaunt den Parkplatz am Lichtenhainer Wasserfall. Wieder mal grübelten wir vor dem Parkscheinautomat wie wir die gut 3 Tage legal ohne Knöllchen schaffen sollten, da bin ich ins Restaurant und wollte mich beraten lassen. Für 8 € (= 2 Tage am Parkscheinautomaten) erhielten wir einen klasse Hausgästeausweis in die Hand gedrückt, 02 Der Münzsteinso geht es natürlich auch. Fast zeitgleich stieg ein junges Pärchen aus der Bahn und begann „unseren“ Wanderweg hoch zu gehen. Moritz wurde unruhig und auch ich hatte den Eindruck, dass die beiden boofen wollten. Jedenfalls waren unsere Berliner Beine trotz immensen Wasser und Lebensmittelvorräten die wir schleppen mussten besser als die der Youngsters und so kamen wir ein paar Minuten vor den beiden an und schmissen unsere Handtücher auf die „Boofenliegen“. Schnell noch das Kletterzeug eingepackt und schwuppdiwupp standen wir am Fuße des Münzsteines bei brüllender Hitze. Wir wünschten uns schon eine kleine Regenabkühlung für die Nacht. Es sei vorweggenommen, dass uns das nicht vergönnt war. Na jedenfalls hat Ingo den AW III (???) noch Vorgestiegen, der mit einem unangenehmen Zug im Einstiegskamin auch nicht ganz so billig zu holen war. Zum Abendbrot haben wir alle dann gleich zweimal den AW I an der Glocke geschnippt, da das junge Pärchen den auch noch mal Probieren wollte. Die Aussicht von da ist uneingeschränkt zum Abendrot zu empfehlen. Der erste Boofenabend rundete den Tag wundervoll ab.

Die Boofe zeigt nach Westen, so konnten wir ganz nach unserem Biorhythmus aufwachen ohne vorher in den Schlafsäcken gekocht zu werden. Nach ausreichend Kaffe und Broten ging es dann hoch zum Kuhstall wo der Hohle Turm mit einer klasse *V an der SO-Kante auf Ingo wartete, es begann so richtig heiß zu werden.

03 Hohler Turm04 Hohler TurmHier begegnete uns zum ersten Mal ein fränkisches Pärchen, das sich sehr interessiert zeigte. Nach kurzem Gespräch zogen die aber weiter und wir bewegten uns zur Hebamme an der der Publikumsverkehr deutlich dichter war. Auch wenn der Zickzackweg schon spannend aussah, eine Südwand muss nun echt nicht sein. Die Temperaturen dürften jetzt bereits locker die 30°C geknackt haben, gefühlt war es zu dieser Zeit schon knapp unter 100°C. Nach kurzer Abkühlung im Schatten des Wochenbettes stand dann der AW fest, den ich mir im Vorstieg holen wollte. Die Franken trafen auch ein und eine kurze Einführung ins Sandsteinklettern folgte. Die beiden wollten alles über Wege, Sichern, Karten… wissen und irgendwann schafften wir es dann auch in die Route einzusteigen. Na wie auch immer, auf dem ersten Band war mir dann der weitere Weg nicht mehr so recht klar und Ingo kam hoch und vollendete. Die Lösung war wie zu erwarten sehr viel einfacher als ich sie mir in meinem gekochten Hirn vorgestellt habe. Ich werde zukünftig mich mehr auf den Weg und weniger auf das Publikum konzentrieren. Das Abseilen wurde langsam richtig spannend, da das Seil an der Südseite nach dem ersten Abseilen so heiß wurden, dass es fast nicht mehr angefasst werden konnte und ich dachte die Sicherungsgeräte brennen das Ding einfach durch. Nun gut, der Süden ist gestorben, es leben die Nordseiten. An der Wildensteinwand sprang ich dann mit neuem Elan in den AW *IV der einen etwas kniffeligen Schulterriss oberhalb des Vorblockes hatte, der mich letztlich aber auch nicht aufhalten konnte. Da wir vorher schon rund um den Blasketurm gelaufen waren war hier schon klar, dass es der Übergangsweg VI werden sollte. Ingo hat ihn sich redlich erkämpft, Moritz wurde in Schwebesicherung genommen und ich ebenfalls hinterher geholt. Der Fels war voll mit Wespen und so kam es wie es kommen musste, mitten im schönsten Sichern stach Moritz eine von den Biestern in den Zeh. Ganz Mann hat er sich natürlich nicht vom Sichern seines alten Herrn abhalten lassen und erst danach laut geflucht. Danke dafür an dieser Stelle, aus dem Weg wollte ich wirklich nicht aussteigen. So richtig war an klettern nicht mehr zu denken 10 Chillzoneund so machten wir uns nach dem Abseilen langsam auf den Rückweg. Na ja, der Rückweg war im Schatten und die Kuhstallscheibe wartete mit der schön kühlen Kriechvariante II des AW auf der dann doch noch mitgenommen wurden in der bewährten Reihenfolge Ingo Moritz und dann ich hinterher. Nach getaner Arbeit schlichen wir zurück zu den Schlafsäcken und chillten nach ausgiebigen Essen der Kühle der Nacht entgegen. Für mich war es das erste Mal, dass ich Moritz als wirklich ebenbürtigen Kletterpartner erlebt habe und auch die Gespräche am nicht vorhandenen Lagerfeuer zeigten mir, dass er nun wirklich fast erwachsen ist. Es war wirklich schön das zu erleben und es macht mich stolz, dass wir so vertraut und frei miteinander umgehen können. Auch hierfür ganz vielen Dank mein Großer.

Der letzte Morgen begann mit einem Rangerbesuch, natürlich unangekündigt und wie zufällig. Die geübten Rangeraugen scannten die Boofe, fanden aber zu unserem Glück keine Anzeichen von Feuer und ersparten uns so lange Erklärungen. Moritz probierte zu dieser Zeit gerade meinen fußlahmen Kocher aus, was eine satte Flamme produzierte. Der Kollege von der Nationalparkverwaltung quittierte das mit einem lapidaren: „Kocher sind akzeptiert, da hätte er Verständnis“ und weg waren sie. Auch heute drückte das Wetter, wenn auch etwas weniger als die Tage zuvor. Der erste Gipfel des Tages und im Vorstieg wieder mal der Ingo, war dann der Ochsenkopf mit dem Nasenring V der ebenfalls einen strammen Zug im oberen Wandteil aufwies. Spaß hat der Weg natürlich trotzdem gemacht, bei Feuchtigkeit ist das aber definitiv deutlich über der angegebenen Schwierigkeit, die Rinnen waren satt grün. Moritz war auf den Geschmack gekommen und schaute schon seit spätestens Samstagmittag nach seiner Möglichkeit für einen Vorstieg. Der Ostweg II der Zyklopenmauer sollte es sein und nach kurzem Briefing bezüglich Standplatzbau und Nachsichern stieg er ein. Natürlich war der Weg kein Problem für Ihn und auch das Nachholen mit allem was dazugehört meisterte er mir Bravour.

06 Vorsteiger im Glück07 In der Sonnne zerflossen08 Vorsteiger im Einstieg

Die Zyklopenmauer aus der Sicht des Vorsteigers:

„Doch die Tour sollte sich als tückisch erweisen. Der Aufstieg ergab keine Probleme und auch das Nachholen lief glatt. Als wir uns dann alle Berg heil sagen wollten, hielten wir Ausschau nach dem Gipfelbuch, doch es war nirgendwo zu sehen. Wir begaben uns also auf den Weg die Mauer entlang und kochten in der Sonne. Nach diversen Überfällen und Sprüngen, einer zahmen Taube die mir beim nachholen zuguckte und vier Seillängen den Gipfel entlang hatten wir es dann endlich gefunden. Es hatte sich aber alles gelohnt und es war eine schöne Erfahrung als erster Vorstieg.“

11 Lange Wege auf der Zyklopenmauer12 Das erste Mal13 Gipfelfoto

Ist schon ein spaßiger Gipfel und nun ist dieser denkwürdigen Vorstieg für die kommenden Generationen im Sächsischen Kletterbucharchiv festgehalten, Herzlichen Glückwunsch. Mit der Zyklopenmauer hat Ingo nun alle Gipfel des Wildensteiner Gebietes und so fehlte nur noch sein allererstes Selfie um diesen Moment fest zu halten, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Moritz und ich waren noch juckig und so holte ich mir nach der Pause noch den AW II am Wilderer und danach die wirklich schöne Südvariante des AW *V am Wildspitz als Abschlussgipfel. Die Südvariante endet in einer sehr schön zu kletternden 15 Der WildschützRißspur mit satten Eisenplatten im Ausstieg, für meine Verhältnisse die16 Steinmännchen im Wald richtige Mischung aus Sicherungsring und Bauchkribbeln, Moritz sprang hinterher. Auch wenn Moritz und ich noch den Glöckner offen hatten, es war spät und ich träumte von einem Bad in der Kirnitzsch um das klebrige Gefühl los zu werden. Der Glöckner liegt günstig, den holen wir uns sonst wann noch mal, also einpacken und runter zum Auto. Beim herunterlaufen kamen wir noch an einem Rudel Steinmännchen vorbei das ein paar fleißige Menschen auf einen alten Baumstumpf gesetzt hatten. Wir wollten unser Glück nicht überstrapazieren und haben natürlich weitere Steine angebaut. Nach dem Bad und dem Abgeben des Hausausweises brach dann die Sintflut über uns herein und ich war dankbar nicht noch weiter geklettert zu sein. Wir hätten sonst zum Auto schwimmen können, aber so waren wir frisch und munter und trollten uns heim. Moritz fuhr den Volvo wunderbar ruhig und Ingo schlief mehrfach auf der Rücksitzbank ein.

17 Nach der Sintflut

Fazit des Kletterwochenendes vom 17. bis 19.06.: Wieder eine paar Bilder mehr für das Kopfkino, 11 weitere Gipfel und eine tolle Vater-Sohn-Erfahrung die ich nicht missen möchte, hat Spaß gemacht mit euch beide. To be continued…

P.S. Das nächste mal achte ich vor der Tour auf die ordnungsgemäße Einstellung der Kamera, dann sind die Bilder auch wieder von akzeptabler Qualität

 

 

 

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