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Der Herr der MeereHier kommt die Sonne
Am letzten Augustwochenende fuhren wir in Dreierseilschaft gen Süden. Mit von der Partie: Antje, Ingo und ich. Ingo fehlten nur noch wenige Gipfel bis zur vollständigen Abarbeitung des kompletten Elbsandsteingebirges. Ein paar davon wollten wir abhaken.

Es war das letzte warme Wochenende, mit Temperaturen über 30 Grad. Und so quälten wir uns, mit Schwierigkeiten bei der Wegfindung, zu den Schrammsteinen hinauf. Ein Gipfel namens Neptun war unser erstes Ziel. Hörte sich erstmal ganz harmlos an, entpuppte sich aber im Nachhinein als der bislang unangenehmste Aufstieg meiner noch jungen Elbsandsteinkarriere. Wir wählten nicht den Sprung, sondern beschlossen, ihn von unten zu erklimmen. Nach Abseilfahrt in die Scharte ging´s im Spreizkamin los, der sich mir widersetzte, sodass ich Ingo den Vortritt ließ. Der kletterte souverän hindurch und schubberte sich durch weitere kaminartige Rampen, bis zu einem, in einer Spalte verklemmten morschen Baumstamm, von dem aus er mich nachsicherte. Von diesem haarsträubenden Stand aus übernahm ich wieder den Vorstieg und erreichte nach einigen Putzarbeiten in kurzer, aber ausgesetzter und sehr spartanisch gesicherter Reibungs- und Kantenkletterei den Gipfel. Ingo versuchte sich im Nachstieg an einer fiesen moosigen Rinne, die im Vorstieg keiner von uns jemals angefasst hätte. Antje entschied sich für einen relativ entspannten Stemmkamin, den sie souverän meisterte und mit einer Zweierbewertung versah. Glücklich oben, entnahmen wir dem Gipfelbuch, dass der Neptun nicht gerade ein häufig begangener Modegipfel ist. Warum nur? Dem Kletterführer zufolge hatten wir eine Kombination aus vier Routen geklettert, die man am ehesten als „Linksweg mit Rampe und Kantenausstieg“ bezeichnen kann.
Weiter ging es mit den Abenteuertouren: Sonnenwendkegel und Mittelwand wurden noch gemacht. Auch hier wieder: abenteuerliches Abseilen durchs Gebüsch und diverse Übertritte. Danach Linsensuppe und Bier in der Neumannmühle und Boofen an der Buschmühle. Beides ganz hervorragend!Auf dem Popanz
Am nächsten Tag sollte mal was „Schönes“ geklettert werden. Auf zum Popanz! Komischer Name für einen Felsen. Er entpuppte sich als recht abweisender Monolith. Gleich in der Einstiegsverschneidung erwischte uns ein Gewitter und so harrten wir in einer Höhle zwischen Popanz und Ochelspitze aus, bis es vorüber war. Wir beschlossen noch einmal einzusteigen, denn der Fels war relativ trocken geblieben. Nichts war es mit schöner Kletterei! Unser Dreierklub der Jungen Naturforscher putzte mit Hose und Hemd einen schartigen, bewachsenen Mooskamin, um zum Start der Nordostkante zu gelangen. Dort war keinerlei Absicherung möglich. Deshalb sicherten mich Ingo und Antje per Schwebe. Die Gipfelwand hing leicht über und erwies sich als relativ schwierige Kletterei. Unter einigem Geschnaufe und beherztem Zupacken gelangten wir aber alle drei nach oben und genossen den Anblick der Nebelschwaden im Tal. Gottseidank stiegen wir nicht mehr in die Ochelspitze ein, sondern marschierten (durch wunderschön wildes Gelände) zum Auto zurück, denn auf den letzten Metern erreichte uns ein heftiges und länger andauerndes Gewitter. In der heimeligen Waitzdorfer Gastwirtschaft schmausten wir Spezialitäten vom Gallowayrind und einen Schwedeneisbecher. Fazit: Viel Abenteuer, wenig Genusskletterei und ein, im wahrsten Sinne des Wortes „durchwachsenes“ Wochenende.
Frank T. aus B.

den Herrn der Meere

 

 

 

 

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