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ISLAND

Feuer und Eis, Vulkan und Geysir, ja das wünsch’ ich mir!
Island = Iceland und Grönland = Greenland, wollten die alten Wikinger neue Siedler motivieren und mit grüner Insel locken oder durch Täuschung Feinde abwehren? Wer hatte mehr Eis? Der eventuelle Namenstausch auf Karten alles bloß Theorien?! Wer hat wie und warum gelenkt, was wahr ist, war einmal, was wa(h)r sein wird vielmehr!
Ein Reise mit dem Dreigespann äh Dreigestirn „Heiko, Micha und Tina“

Island 2011Island 2011Island, eine Insel nahezu am nördlichen Polarkreis (66° 30) platziert, weist in der Tat mit seinen ca. 318.000 Einwohnern (davon leben wohl allein schon ca. 175.000 in und um Reykjavik) menschenleere Landstriche auf, da möchte man fürwahr nicht verschollen gehen an so manchen Gletscherkanten oder in irgend so einem Gott verdammten schwarzen Delta mit Trollgestalten als Weggefährten. Es gibt angeblich einen Trollbeauftragten in der Hauptstadt, der sich um die Belange dieser Feenwelt bei diversen Bauverfahren kümmert. Sollte sich an einer Baulücke ein Trollverein aufhalten gibt es keine Baugenehmigung, so nachzulesen in einem der diversen Reiseführer und da wundert sich niemand mehr, wenn da geschrieben steht, dass der Bürgermeister mal zur Punkszene gehörte, Island ist irgendwie freaky…
Island 2011Island 2011Laut Wanderführer gibt es 140 Vulkane und davon noch 30 aktive Vulkansysteme. Dieser doch so seltsam faszinierende fast schon wieder abstoßende Naturbatzen liegt auf dem sogenannten mittelatlantischen Rücken bzw. Graben, der die Insel durchkreuzt und somit einerseits auf der nordamerikanischen und andererseits auf der eurasischen Platte „schläft“. Jährlich entfernen sich diese Platten um ca. 2 cm, jedoch sorgt das Aufströmen von Gesteinsmaterial aus der Erde für Nachschub und verhindert so, dass die Insel auseinander bricht. Oder vielleicht doch? Let’s have a break – a Kitkat!
Nach einem 3 ½ stündigen Flug mit Uhrzeiger (wer hat denn noch so ne Uhr?) auf 2 Stunden rückwärts gerichtet, landeten wir in Keflavik. Wir wollten nun unser Mietauto in Empfang nehmen, aber die Vermietung gab es als Büro schon mal nicht auf dem Flughafen, aber unsere scharfen Sinne konnten ausmachen, dass einige Autovermietungen mit Pappschildern auf ihre Kunden warteten, leider nicht mit dem Namen unser Vermietung SADCARS, wie man dem Namen entnehmen kann wirklich traurig, ob die Autos wohl auch so aussehen würden? Ich erkundigte mich bei den Pappschildhaltern, ob sie denn heute auch schon jemand von Sadcars gesehen hätten, daraufhin sagte man mir, „ja, ein schwarzer Mann mit Kind hätte vor nicht allzu langer Zeit hier gewartet“. Island 2011Island 2011Einer dieser Isländer wählte für mich die Nummer der Autovermietung, aber er meinte dort wäre niemand zu erreichen. Wir warteten und überlegten, bis wir so gut wie allein in der Halle saßen. Bei all der Warterei warf ich mal einen Blick nach draußen, da erblickte ich eine seltsame Skulptur, ein silbernes Ei mit einem Flugzeug-Flügel herausragend, wie ein kleiner Vogel, der aus dem Ei schlüpft. Dann ein erneuter Versuch die Vermietung zu erreichen, aber diesmal selbst mit meinem Handy klappte prompt, es meldete sich ein AB und beim Drücken der gewünschten Ziffer meldete sich sogar eine „richtige“ Menschenstimme, die mir versprach in 30 Minuten am Flughafen zu sein. Die Person war weder von dunkler Hautfarbe noch ein Kind war dabei, sondern ein scheuer Jugendlicher so um die 18 Jahre. Ich dachte nur, ich hätte etwas über isländischen Humor gelesen, das würde in etwa so passen. Island 2011Island 2011Wir waren froh nicht umdisponieren zu müssen, da es auch langsam Abend wurde. Die erste Ausfahrt war sehr seltsam überall nur diese düsteren, bedrohlich anmutenden Lavaschichten, eben irgendwie „sad“. Beim Verlassen der Hauptstrasse landeten wir gleich auf einer Schotterstraße, nicht selten wie wir später des Öfteren noch erfahren sollten. Mit dem Auto fuhren wir am ersten Tag bis nach Selfoss auf einen Campingplatz. Zum Abendessen gab es Brot, Wurst und Käse, unser Proviant eingeschleust aus Deutschland, da wir nicht wussten, ob am Wochenende noch ein Supermarkt offen hat, aber isländisches Wasser für die Zubereitung des Tee, der ziemlich scheußlich schmeckte…vermutlich schwefelig von den umliegenden heißen Quellen.
 
Island 2011Island 2011Der nächste Tag brachte schönes sonniges Wetter und die erste Wanderung startete in Hveragerdi (30m) ein Heißquellengebiet mit einer leichten Wanderung auf 420 Höhenmeter, vorbei an einer Schlucht mit Wasserfall und zig dampfenden Quellen, teilweise bis 100 Grad heiß. Es fauchte, zischte und brodelte wohin mein Auge sah bei den Nebelschwaden, mal stank es fürchterlich, dann wieder roch es schon etwas angenehmer wie nach einer Silvesternacht am Morgen. Nach der Hälfte des Rundwanderweges war dann Baden auf dem Plan. In einem Bach, der von einem kalten und heißen Arm gespeist wurde, setzten wir uns in das doch noch recht heiße Wasser, echt cool – ich meine heiße Nummer! Wie gekochte Krebse sahen wir danach aus! Wir taten es den Isländern gleich und zogen leider auch Badekleidung an, das passte aber so gar nicht in dieser so nackten Natur! Auf dem Rückweg begegneten uns ein paar Wanderer und verwundert schaute ich Heiko und Micha an als an uns ein schwarzer Mann mit einem Kind vorbei ging. War es der besagte Mitarbeiter von SADCARS oder sollte ich einfach wieder nur häufiger an Wunder und Märchen glauben, denn Zufälle soll es ja auch nicht geben?
Danach machten wir noch einen Abstecher zu Islands Nationalheiligtum Thingvellir, der historische Ort der ersten Volksversammlung um 930 in der Allmännerschlucht, die die geologische Spalte bzw. Grenze zwischen Amerika und Europa bildet. An diesem Versammlungsort wurden früher die Gesetzestexte verlesen. Es bot sich eine wunderbare Aussicht auf den nahe gelegenen See Thingvallvatn. Heiko und Micha (auch hierzulande gerne mal von mir als Homo-Ninjas betitelt) kletterten über den Öxarafoss (Wasserfall) über ein paar Felsen hin und her und auch mal her und hin. Wir verbrachten eine weitere Nacht auf dem Camping in Selfoss.

Island 2011Island 2011Den nächsten Tag ging es über den Seljalandsfoss zum Skogafoss (schöner Wasserfall), wo einer der wunderschönsten Fernwanderwege startet bzw. endet (so wurde uns berichtet). Wir wären ihn gerne gegangen, wenn es da nicht ein Proviantproblem bzw. noch schlimmer das Wetter uns gehindert hätte. Zwei Tage Regen. Wir nächtigten am Wasserfall, da der erste Versuch auf der Ringstraße weiter zu fahren scheiterte, da nichts mehr ging und wir nicht wussten, wann eine Weiterfahrt möglich wäre, denn vor unserem Abflug wurde durch eine Naturgewalt die Ringstraße unterbrochen, davon wird aber an späterer Stelle berichtet. …..Das schlechte Wetter verleitete uns zu einem Besuch im Museum von Skogar mit Häusern und Inventar aus alten rauen Zeiten, in der Cafeteria des Ortes gab es auch noch alte Autos aber auch z.B. ein Gemälde, das u.a. mit Lava-Asche vom 2010 ausgebrochenen Eyjafjallajökull gemalt wurde. „Denn an Blut und Urin, schon die alten Meister sich bedient!“
 
Island 2011Island 2011Der nächste Tag ergab wieder nur Regen und dennoch wollten wir wenigstens eine Tageswanderung eines Teils des Fernwanderwegs ablaufen, überall imposante Wasserfälle in einer sich schlängelnden Schlucht, aber das Wetter wurde immer scheußlicher, strömender Regen in Verbindung mit Wind…. wir hatten keine Lust mehr und drehten um.. bei diesem Weg hätten wir eine Passüberschreitung zwischen zwei Gletschern gemacht und zwar am Eyjafjallajökull vorbei (der 2010 ausgebrochen war) echt so schade….
Noch eine Nacht am Wasserfall geschlafen…der sich über Nacht von wunderschön in schön verwandelte…so ist das mit der Gewöhnung!!!
 
Island 2011Island 2011Nun ging es nach Pakgill (ein Ort landeinwärts ca. 20 km von Vik entfernt). Bei Nebel ging es eine kleine Schotterstraße aufwärts, die Lavaklumpengebilde formten tolle Gestalten, mal ein alter Mensch oder Tiere, ach doch nur wieder Trolle und Elfen, Gestalten aus einer anderen Welt. Mir wurde angst und bange, so dass ich sogar ungelogen Gänsehaut bekam, mal ging es hoch mal runter, die Sichtweite wurde immer schlechter, dann ging es nur noch abwärts bis wir im schwarzen Delta ankamen, ich dachte wir würden in einer Furt hängenbleiben (wie gut wäre jetzt ein Jeep gewesen), aber da tauchte eine kleine Stahlbrücke auf und ein Schild, dass zum Campingplatz wies. Das beruhigte mich wieder. So ein verlassenen Örtchen, in einem kleinen Tal im nirgendwo tauchten dann ein paar Holzhütten auf, geschafft! Es regnete weiterhin und das Grün der Moos bewachsenen Lavaberge leuchtete noch intensiver. Die Campingwartin schien verwundert und erzählte uns wie die Katla vor einigen Tagen die Gletscherkappe zum schmelzen gebracht hatte und auch die Personen vom Camping evakuiert wurden. Ihr schien noch die Angst im Nacken zu sitzen, denn die nächsten zwei Nächte, die wir dort verbrachten, fuhr sie abends immer ins 20 km entfernte Vik zurück. Für die erste Nacht wollten wir noch keine Hütte mieten, obwohl dies bei dem Wetter schon verlockend war. Dennoch entschieden wir uns in die Höhlengrotte des Campingplatzes einzunisten. Dort gab es Tische, Stühle und Grill, aber es war noch ausreichend Platz für unser kleines rotes Zelt. Diese Nacht war die dunkelste in Island, da es sonst ja nie richtig dunkel wurde, aber in der Grotte schon. Bei dem Wetter gab es dann auch den einen oder anderen Büffelgraswodka mehr (unser Vorrat an 3 Liter Spirituosen verminderte sich zusehends)!
 
Island 2011Island 2011Am nächsten Tag wanderten wir linkerhand des Campingplatzes los. Zunächst entdeckte Heiko eine Höhle in der sich viele Inschriften befanden. Dann ging es aufwärts, mit grandiosen Ausblicken auf die Berge und dazwischen liegenden schwarzen Delta, schwarze Erde und leuchtendes Grün. Wir bestiegen bei Nebel den Maefell (642 m), die meisten Wegmarkierungen lagen auf dem Boden, hier waren wohl schon lange keine Wanderer mehr unterwegs gewesen. Jetzt stehen sie wieder Dank Heiko und Micha! Auf dem Rückweg mussten wir mehrmals furten, dies war gar nicht so einfach wegen der Tiefe und den Strömungen. Heiko hatte eher Probleme mit der Temperatur des Wassers und versuchte daher über Steine die Furten zu bezwingen, ich als Liebhaberin Kneipp’chen Wassertretens zog gleich die Schuhe aus. Von oben kam auch wieder Wasser nach, so waren wir wieder „wet wet wet“ und entschieden für die nächste Nacht eine Hütte zu mieten, ach wie herrlich mit Heizung alles konnte trocknen und es war so schön warm und gemütlich. Wir heizten auf Maximum ein, sodass meine Wangen anfingen zu glühen, wir genossen alle sehr diese kuschelige Atmosphäre und siehe da der nächste Tag begrüßte uns mit Sonne und blauem Himmel.
 
Island 2011Island 2011Erneut machten wir uns auf Wanderschaft, aber diesmal gab es nach ein paar Metern schon gar keine Markierungsstäbe mehr, wir irrten umher und Heiko leitete uns mit seinem Bergsteiger-Bauch(gefühl) über sehr üble Geröll-Berge, eine ziemlich gruselige Stelle auf dem Schotterhang war für mich schon eine enorme Überwindung, nur rutschendes Gestein in der Schräge, in diesem Augenblick hätte die Erde nicht beben dürfen, denn dann wären wir mehrere hundert Meter tief gefallen, der Nebel wurde auch wieder dichter und dichter, auf Rückzug hatte ich aber nach dieser Überwindungsstelle schon gar keine Lust. Zum Glück - Heiko hatte sich nicht geirrt, am Rücken hing uns zwar der Nebel, aber nach vorn hin noch gute Sicht und wir standen an einer mächtigen Gletscherkante die schätzungsweise 500 m nach unten steil abfiel, bombastischer Anblick, überall Gletscher, nicht weiß, aber schwärzlich durchzogen, sehr beeindruckend. Von dort waren wir wieder auf dem richtigen Wanderweg.
 
Die Natur im ständigen Wandel, so wurde kurz vor unserer Ankunft die Hauptverbindungsstraße, die sogenannte Ringstraße plötzlich abgeschnitten von der anderen Seite, da - wie schon erwähnt wurde – der Vulkan “Katla“ sich auch mal nach längerem Schlaf geschüttelt hatte. Da neben Beben auch noch die obere Eiskappe geschmolzen wurde, rasten diese Wassermassen talwärts Richtung Meer und rissen kurzerhand eine 148 m lange Brücke weg. Da lag sie nun „verstoßen“ in der Mündung. Auch sah ich am Flusslauf so manch totes Getier, wie z.B. eine tote Ziege am Ufer, über die sich gerade 3 Krähen oder ähnliche schwarze Vögel her machten. Die Isländer kennen ihre wilde Natur und hatten auch flink eine Notlösung auf Lager, große LKWs transportieren die Autos durch die Furt auf die andere Seite und die Passagiere wurden in einen hochlandfähigen Bus transportiert, nach einer Woche stand sogar wieder eine Brücke. Well done!
 
Island 2011Island 2011Nachdem wir unser Auto unversehrt wieder in Empfang nehmen konnten, ging es weiter auf der Hauptstraße Islands, an manchen Abschnitten wehte Lavaasche über die Straße, die den Eindruck vermittelte, dass das Auto vor einem rauchte. Auch Nebel zog hin und wieder auf und alles wirkte bizarr und irreal. Wir hielten noch kurz an, um auch ein Steinchen bei den vielen künstlichen Steinhäufchen aufzuschichten, die eine glückliche Weiterfahrt symbolisieren, ein witziger Kontrast zu den von der Natur geschaffenen Lavaklumpen in dieser Gegend. Genächtigt wurde in Kirkjubaejarklaustur auf einem schönern Campingplatz, hier war das Grün auch wieder von starker Leuchtkraft.
Die Sonne schien und wir spazierten zu einem wie soll es auch anders sein, nahe gelegenen Wasserfall, viele Vögel konnten wir beobachten unter Anleitung unseres ehemaligen Hobby-Ornithologen Micha.
Schnell noch ging es in den Bonus-Supermarkt (wohl eindeutig die beste Kette!)
 Jetzt aber ab nach Skaftafjell zum größten Gletscher Europas, den Vatnajökull. Auf einsamer Straße ging es durch menschenleere Landschaften. Von weitem konnten wir schon den höchsten Berg Islands erblicken, den Hvannadalshnukur (2110 m).
Ein riesiger Campingplatz, aber genug Luft für alle, viele isländische Familien mit durchschnittlich 3 Kindern und Eltern mit nicht zu geringem Körpergewicht genossen sichtlich den Sommer mit Ballspielen bis Mitternacht. Wir machten eine kleine Wanderung zum Gletscher, so ein schwarzes Eis, ein Wahnsinn diese dreckigen Aschegletscher! Am Abend gab es Reis und Hackbällchen aus der Dose, die sogar richtig lecker schmeckten.
Wir gingen mal wieder früh ins Bett, in diesem Urlaub wurde sehr viel geschlafen, früh in die Koje und spät wieder draußen, vielleicht lag es an der klaren Polarluft, für Allergiker super, da es hier ja kaum Pflanzen gibt. Außer Zwergbirken, Alaska-Lupinen, die hübschen großen Dolden der Anglikawurzel/Engelwurz, Wollgras (hat besonderen Charme), Irisch Moos, Flechten und Leimkraut gibt es kaum so viel anderes. Heute ging es hinauf zum Berg Kristinartindar, 1126 m (Vergleich Campingplatz auf 100 m), ein Gipfel zwischen den Gletscherzungen des Vatnajökull. Zum Teil sehr schroffer steiler Weg! Oben auf dem Gipfel gab es einen lauten Knall und ich dachte schon an Donner, oder einen Felssturz, aber es war vermutlich das Abbrechen von Eis der in der Nähe befindlichen Gletscherkante. Was für ein Sound!!! Wir waren noch fit und machten noch einen Abstecher zum Svartifoss, ein von Basaltsäulen umrahmter Wasserfall. Diese Säulen bilden sich wenn ein Lavastrom abkühlt und dann Schwundrisse entstehen.
Eigentlich wollten Micha und Heiko eine Tour auf den höchsten Berg unternehmen, aber wir einigten uns für den kommenden Tag auf gemeinsames Eisklettern und buchten eine Tour (denn unsere eigene Ausrüstung hatten wir nicht dabei). Früh fuhren wir mit einem ausrangierten amerikanischen Schulbus zu einem passenden Gletschergebiet. Dotti, unser Guide erklärte viel, bevor es endlich ans Eisklettern ging. Ein paar Routen mit schönem Ausblick wurden dann gemeistert. Dotti bekam ein kleines Trinkgeld und den FDGB-Aufkleber. Did he really know what a double bounded Bulin knot is? Denn um als Bergführer zu arbeiten, ist hier keine anspruchsvolle Ausbildung vorgeschrieben, alles ganz lässig gehandhabt, ähnlich in Neuseeland wie er mir erzählte. Die Übersetzung der anderen Bedeutung: Friends of a good (well drawn?!) beer ließ ihn schmunzeln. Sollte einmal jemand mal nach Skaftafell reisen, bitte unbedingt schauen, ob da der FDGB-Aufkleber in der Hütte der Guides klebt.
 
Island 2011Island 2011Die Weiterfahrt nach Jökursalon zum großen Eissee, wurde unterbrochen durch einen Stopp an einem kleinen – wie wir später feststellten– viel schöneren und ruhigerem Eissee als der große Jökursalon, der viel zu touristisch ist, da hier Filme wie Lara Croft und James Bond gedreht wurden. Ein toller Anblick der Eisklumpen und Schollen auf ihrem Weg ins Meer und dann doch teilweise strandeten, boten faszinierende Fotomotive wie eine Art Natur-Skulpturenpark!
Nun war zu überlegen wie und wo lang es weitergehen sollte, wir entschieden uns für zurück, erst einmal nach Vik vorbei ans Meer. Micha fing mit Bouldern an Basaltwänden an, ich hielt Ausschau nach Papageitauchern, die ich nur auf Postkarten sah, vermutlich sind die meisten schon im Bauch der Isländer gelandet, als offizielle Speise im Restaurant werden sie aber nicht angeboten. Wir blieben ein wenig am Strand uns schauten auf die Felszacken von Reynisdrangar, der versteinerten Trolle die ein Segelboot ziehen!
Island 2011Heiko wollte unbedingt an Hekla herankommen, die erst kürzlich schon erste Anzeichen für einen Ausbruch gezeigt haben sollte und die Geologen und Heiko nun auf ihren Ausbruch warteten. Doch die Trödelliese lässt bis zum heutigen Tage auf sich warten! Irgendwie gab es mal wieder keine Wanderwege, dafür aber Schotterstraßen der ganz üblen Sorte, wir mussten schon um das Auto bangen, die Kieselsteine der anderen Auto knallten gegen die Karosserie, ein Kratzer im Fenster. Schlechte Laune kam auf, wir mussten weiter also ging es nach Geysir um diesen Strokkur mal „spucken“ zu sehen, ganz imposant für einen kurzen Zeitvertreib, wir blieben dennoch auf dem dortigen Campingplatz kleben, zuvor besuchten wir noch den wirklich prächtigen Ausblick auf den Gulfoss (für mich der bislang schönste Wasserfall in Island). Ein Ort zum Träumen beim Anblick der vorbei prasselnden Wassermassen, it’s magic!
Ein erneuter Tag brach an, bevor wir die westliche Halbinsel (Name vergessen) erreichten, wurde noch ein kurzer Spaziergang zum Vulkankrater Eldborg verknüpft. Ausgangspunkt war der Hof Snorrastadir in Eldborg. Die einfache Wanderung zum Vulkankrater der „Feuerburg“ verlief durch Eldborghraun mit 100 Jahre alter Plattenlava und von dichten Heidel-, Rausch -und Krähenbeerensträuchern. Wir fuhren weiter bis nach Budir, am kleinsten Gletscher Islands den „Snaefellsjökull“, 1446 m, angeblich wird dieser Berg als einer der 7 heiligen Energieberge der Welt verehrt, bei unserer Ankunft sah ich auch gleich eine Gestalt mit Turban (Inder oder Pakistaner?), hatte schon Angst in einem Esoteriknest gelandet zu sein, aber zum Glück war dem nicht so. Dieser weiß glänzende Gletscher ist nicht mit Asche belegt wie alle anderen auf unserem Weg. Island 2011Und Jules Vernes erwähnt ihn als Eingang in seinem Buch „Die Reise zum Mittelpunkt zur Erde“.
Arnasstapi (hört sich für mich wie ein Berg in Nepal an) an die Basaltküste, am Eingang hat sich ein Künstler in einem Steintroll verewigt. Die Meeresbrandung hat die Lava in Sechseckform erstarren lass und in Form von Pfeilern, Höhlen und Toren freigelegt, für die verschieden Seevogelkolonien ideale Bedingungen.
Die Wanderung an der Küste entlang war echt klasse, tolle Felsgebilde ragten aus dem Meer, wohin man blickte nisteten Vögel in den steilen Felsklippen, der Wind war angenehm warm, bis zum kleinen Hafen mit seinen farblich malerischen Booten, dann ging es weiter in die andere Richtung über das so empfindliche Moos, aber es ist so traumhaft weich, man läuft darauf wie auf Watte (Volksmund sagt aber Wolken), einzigartiges Gefühl!, Wanderwege fehlten mal wieder.
Morgens ging es hinauf gen Gletschergipfel, ohne Ausrüstung schlecht wegen der Spalten, wir hatten noch überlegt einfach der Spur vom Snowmobil zu folgen, bis die Idee aufkam mit so einem Gespann hoch zu fahren. Dies fiel dann aber ins Wasser, da die 2 Snowmobile im Einsatz waren, um ein Tourigruppe vom Berg zu holen, nachdem die zweite Schneeraupe ihren Geist aufgegeben hatte, der Mechaniker war ganz schön im Stress!. Dennoch hatten wir wieder einmal eine schöne Kulisse mit Schnee, Meer und dem schöne Berg Arnasstapi. Anschließend ging es zu einer Schluchthöhle mit einem Wasserfall in der ein wenig Kletterei gefordert wurde und sehr viel Spaß machte.
Nach unserer letzten Nacht kam enormer Sturm auf, während der Fahrt nach Reykjavik wirbelte der Sand nur so umher und die Sicht war ziemlich schlecht. Ich fragte mich, wie das erst einmal bei einem Vulkanausbruch wäre? Reykjavik begegnete uns als eine freakige junge Stadt, es war Samstag, d.h. da finden auch bei uns öfters mal Demos statt, wir wussten nicht wogegen oder wofür, aber wir verweilten noch ein wenig bei der Abschlusskundgebung an der Bühne. Zuvor bummelten wir durch die Einkaufsstraßen mit Flair und ihren liebevollen Cafes, pausierten auch mal in einem um leckere Burger zu mampfen.
Island 2011Mein Versuch in einem CD-Shop den Namen der Band eines im Radio zuvor gehörten Songs herauszufinden, blieb erfolglos. Der Verkäufer staunte nur als ich anfing.. „Jej älska grilla grilla“ trällerte… d.h. zu deutsch, ich liebe das Grillen, der Song – so viel konnte man verstehen – zählte auf, was man alles so grillen kann über Burger, Lachs usw. mit einer Hunkelschunkelstimmungsmucke, zumindest konnten wir drei im Auto sofort mitsingen. Ich glaube der Verkäufer war mehr auf Jazz und Klassik spezialisiert!
Und da der Sturm so heftig wurde, mieteten wir für die letzte Nacht eine Hütte, sogar mit „Glotze“, wo uns die Geschehnisse der Welt einholten, da gerade von dem Attentat in Norwegen berichtet wurde. Aber es war schön warm in unserer Baude. Für die die Heizungen wird einfach das heiße Wasser aus der Erde genutzt, Loch bohren, anzapfen, fertig! Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, da der Wind gegen die Holzlatten drückte. Dennoch flog unser Flieger unbeschadet nach Berlin zurück!

Ergänzungen:

  • Walbeobachtung fiel aus wegen Sturm, kein Schiff fuhr raus!
  • Ein Ritt auf den zähen, niedlichen Islandpferdchen, die sogar Tölt beherrschen, wurde aus Zeitgründen verzichtet.
  • Noch länger im Zelt nächtigen wäre unerträglich geworden, da ich den Duft von Michas Stinksocken nicht mehr inhalieren wollte, vielleicht haben wir deshalb so viel geschlafen, eine Art Narkoticum (wir hatten alle Stinksocken, aber manche riechen eben strenger als andere…;) Sorry Micha! Aber ich glaube, dass viele dies gar nicht lesen werden, weil der Bericht zu lang oder zu langweilig ist!
  • Gammelhai für Heiko zum Probieren haben wir auch nicht gefunden, vielleicht besser so, das Zeug soll so widerlich stinken (um ein Vielfaches übler als die Socken) und zudem ekelhaft schmecken.
  • Micha kam leider nicht zum Rafting,
  • Bis ins Hochland sind wir auch nicht vorgedrungen!

Island 2011Island 2011Alles in allem trotzdem schön, wenn auch Island kein optimales Wanderland ist, obwohl man das nicht vermuten mag bei so viel Natur. Die meisten Urlauber sind echte Autofreaks vor allem der Sorte Jeep mit Ballonreifen, also ideal für Bewegungsmuffel, ohne wandern in der Natur zu sein.
Und weil bald schon wieder Weihnachten vor der Tür steht, gibt es hier eine kurze Beschreibung über die vielen verschiedenen Weihnachtsmänner und ihre Aufgaben in Island: Eine Besonderheit Islands ist die Tradition der Weihnachtsmänner, der jólasveinar (wörtlich Weihnachtsgesellen). Es gibt derer 13; sie wohnen mit ihrer Mutter, der Hexe Grýla und ihrem liederlichen Gefährten Leppalúði sowie der riesigen Weihnachtskatze in einer Höhle in den Bergen. In den 13 Nächten vor dem ersten Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) kommen sie in die von Menschen bewohnten Gegenden; jeden Abend kommt einer und sie bleiben je 14 Tage, sodass der erste am 12. Dezember und der letzte an Heiligabend kommt, der erste am 25. Dezember die Menschen wieder verlässt und der letzte dementsprechend am 6. Januar. Dieser Tag wird dementsprechend auch „þrettandi“ = 13. Tag (des Weihnachtsfestes) genannt. Die Weihnachtsmänner entsprechen nicht der europäisch-amerikanischen Vorstellung des hl. Nikolaus respektive Santa Claus, sondern sind vielmehr verschmitzte Burschen, die ständig Schabernack im Sinne haben. Ursprünglich waren sie auch nur in schäbiges Häuslergewand gekleidet und von boshafter Wesensart, heute kommen sie ebenfalls mit Rauschebart und weiß bepelztem, leuchtend rotem Mantel daher, allerdings in schweren Stallschuhen und Zipfelmütze. Jeder ist dabei auf etwas anderes spezialisiert, zum Beispiel ist Hurðaskellur der „Türknaller“, Skyrgámur schleckt die Tonnen mit Skyr, dem isländischen Island 2011Quark, aus u. s. w., der letzte, Kertasníkir stiehlt gar noch das in langer Winternacht so wichtige Kerzenlicht. Darüber hinaus erkunden sie aber auch noch, welche Kinder brav und welche unartig sind. Je nach Auslegung werden die braven Kinder in den 13 Nächten vor Weihnachten entweder von ihnen oder von den Eltern mit kleinen Geschenken bedacht, die in den dafür im oder unter dem Fenster aufgestellten Schuhen deponiert werden. Unartige Kinder bekommen hingegen gar nichts oder nur eine rohe Kartoffel oder ein Stück Kohle in den Schuh. Derartig markierte unartige Kinder sollen dann der Hexe Grýla oder der Weihnachtskatze zum Fraß vorgeworfen werden, was so manchem Kind unruhige Nächte beschert. Ist alles gut überstanden und hat auch der letzte Weihnachtsmann die Menschen wieder verlassen ohne Schaden anzurichten, wird am Abend des Dreikönigstages zum Ende der Weihnachtszeit an vielen Orten ähnlich wie schon zu Silvester ein großes Freudenfeuer entzündet und es werden nochmals wilde Feuerwerke abgebrannt…

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