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Aliens im Wald

Dieses Mal geht es ziemlich spät los. Ingo wird mir Freitag gegen 20:00 direkt aus Hamburg zur Autobahnausfahrt Mühlenbeck geliefert, eskortiert von seiner Mutter und seinem Bruder. Dummerweise wird der Abendhimmel zu diesem Zeitpunkt nicht nur wegen der untergehenden Sonne immer dunkler. Eine ausgewachsene Gewitterwolke verdichtet sich über dem Norden des Berliner Umlandes und so 30 min. später beginnt der Wolkenbruch. Die Fahrt nach Sachsen wird immer wieder von solchen Regenfällen heimgesucht. Irgendwann gegen 23:30 sind wir dann am Parkplatz am Gamrig und versuchen die Boofe zu finden oder besser den Eingang in den Wald. Der ist von reichlich Holz, was der letzte Sturm umhergeworfen hat, versperrt. Nach ordnungsgemäßem einrichten der temporären Flüchtlingsunterkunft und ein wenig geistigen Getränken fallen wir um 2:00 in den Schlafsack.

 

 

Als wir am nächsten Morgen beim Kaffee sitzen findet Ingo am Knie seiner Hose die Überreste eines Aliens. Ich hätte das zwar für eine zerquetschte Nacktschnecke gehalten, Ingo spricht den Überresten aber ein Bewusstsein zu und so trauern wir um die nicht geglückte Kontaktaufnahme aus dem All. Kurze Zeit später kommt es zur nächsten Kontaktaufnahme. Ein Rudel älterer Herrschaften nähert sich und fängt an von früher zu erzählen: Nun Kletterer wären sie nicht, aber Wanderer, vor 20 Jahren war diese Boofe immer die Ihre und so entstehen einheimische „Touristenfotos“ als wir die Crew am eingerichteten Frühstücksplatz ablichten. Fast wie damals.

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Das muss ich mir merken, wenn ich alt bin mache ich das auch mal und schaue mir die verdutzen Gesichter der zukünftigen Boofer an. Klettertechnisch geht es heute etwas später los, ist sowieso noch leicht feucht, aber freie Wände sollten gehen. Da der untere Basteiparkplatz schon wegen Überfüllung geschlossen ist, müssen wir den Shuttlebus nehmen. Ich bestelle kackfrech zwei Mal Schülerticket und berufe mich darauf, dass wir mehrfach sitzen geblieben wären. Der Bus lacht, der Fahrer wirkt desorientiert und rettet sich mit einem: „Den Tarif haben wir gar nicht“. Wir laufen zur Großen Gans und zum Admiral, dessen Pfeilerweg *II sich Ingo holt. Von dort gehen wir per 2er-Sprung auf den Klabautermann und holen uns den Jahresersten.

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Am Totenkirchel wählt Ingo den Einstieg über den Westweg bis zum Absatz, der ziemlich moralisch ist, und schickt mich dann in den Rest der *IV des AW, auch hier werden wir Jahreserste. Viel mehr geht nicht, es wird spät und wir schauen uns noch den Schwedenturm an, den wir über einen ziemlich abenteuerlichen Höhenweg erreichen. Zu Nass, zu unklare Sicherung, zu viele Leute. Wir trollen uns zum Bus, bzw. verpassen den letzten des Tages knapp und trampen im Auto einer leicht verpeilten jungen Frau zum Volvo. Abends gibt es von Lars und Pü inspirierte Pilzpfanne mit mariniertem Nackensteak, Schupfnudeln, Champignons und jeder Menge Knoblauch, welches hervorragend schmeckt. War auch nicht viel mehr Aufwand als eine Dose zu öffnen nur bedeutend Stilvoller. Vielen Dank für die Inspiration.

Der Sonntag geht früher los, um 10:30 erreichen wir ordnungsgemäß den Brandparkplatz. In einer wahren Expedition geht es über den NW-Weg für III auf den Amselgrundturm, nette Sache, aber ziemlich zeitaufwändig und verholzt. Echt was für Sammler, Genußkletterer tun sich sowas nicht an. Ingo geht danach über den Bergweg III auf die Vexiernadel und ich über die Lochvariante II auf den Maxl. Beim blättern im Gipfelbuch findet Ingo eine Wegeintragung von Thomas Willenberg: Rißspur VIIb abklettern und 6er-Sprung auf den Gipfel. Ungläubig schauen wir uns das an. Ich bin beeindruckt, dass so etwas machbar ist, Respekt. Zum Abschluß sprinte ich noch schnell auf die Rathener Warte FS für II und schon ist der Zauber des Wochenendes vorbei. Wird ja hoffentlich nicht das letzte sein.

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Ingo und Chrille vom 13. bis 15.04.

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